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Warum ich blogge

Warum ich nach langem Zögern doch anfange zu bloggen und weshalb mir ein einfacher, alltagstauglicher Schreibprozess wichtiger ist als Perfektion.

Illustrierte Streichholz-Flamme auf dunklem Hintergrund

Eigentlich wollte ich schon lange mal anfangen zu bloggen. Bisher habe ich immer irgendeine Ausrede gefunden.

Zu wenig Zeit, zu wenig Lust, mir gefällt das Design dieser Seite hier noch nicht wirklich. Dann wieder ewig lange an dem perfekten Layout schrauben, bis es doch wieder in der Ecke verstaubt. Immer schien irgendetwas wichtiger oder dringender. Ein klares Priorisierungsproblem, wie ich heute weiß.

Warum blogge ich jetzt also doch?

Wahrscheinlich nicht mal wirklich des Bloggens wegen, sondern eher, weil ich das Gefühl habe, dass es mal an der Zeit ist meine Gedanken ein bisschen zu ordnen und irgendwo festzuhalten.

Zugegebenermaßen ist in meinem Kopf meistens so viel los, dass es selbst für mich manchmal schwer ist, den Überblick zu behalten. Es gibt so viele Ideen, die ich gerne umsetzen würde, so viele Dinge, die ich gerne lernen würde, so viele Fragen, die ich gerne beantworten würde. Und das alles gleichzeitig.

Mein größtes Hemmnis in der Vergangenheit war auch fehlende Klarheit darüber, was ich eigentlich mit diesem Blog erreichen möchte. Was soll hier überhaupt passieren? Was will ich damit erreichen? Wer soll das hier lesen?

Ich habe mir immer wieder die Frage gestellt, ob das hier überhaupt irgendjemanden interessieren könnte. Aber irgendwann habe ich gemerkt, dass das eigentlich gar nicht so wichtig ist.

Es geht hier in erster Linie um mich!

Dass ich jetzt hier sitze und schreibe hab ich vermutlich nur dem Buch Atomic Habits zu verdanken, welches ich gerade lese. Beschäftigt hat mich vor allem der Gedanke von James Clear, dass es nicht immer nur um klare Ziele und messbare Erfolge gehen muss. Nicht darum immer nach Perfektion zu streben, sondern einfach darum, regelmäßig kleine Schritte zu machen und der Fortschritt kommt von ganz alleine.

In seinem Buch beschreibt Clear wie man sich Gewohnheiten aneignen kann. (Offensichtlich sonst würde es wohl kaum Habits im Titel haben :D) Spannend ist aber vor allem die Strategien, die beschrieben werden, um diese Gewohnheiten auch wirklich langfristig beizubehalten.

Make it obvious, attractive, easy and satisfying

~ James Clear

Prinzipiell klingt das einfach. Aber was genau bedeutet das eigentlich?

Wie mach ich es offensichtlich, attraktiv, einfach und befriedigend regelmäßig zu bloggen?

Darüber habe ich in den letzten Wochen ein paar Gedanken gemacht. Und mir fällt es auch schon gar nicht mal so schwer es “easy” und “satisfying” zu machen. Ich tippe hier in meinem Code Editor in VS Code, den ich sowieso schon den ganzen Tag über benutze. Es ist also nicht mal so, als müsste ich mich fluchend durch Wordpress, Word, Ghost oder sonstige Blog-Software kämpfen, um hier überhaupt irgendetwas zu veröffentlichen.

Mein Blog Setup
Mein kleines Blog Setup.

Und I mean come on, bessere Live Preview als der Dev Server von der Seite, wie sie hier läuft, gibt es doch gar nicht, oder?

Das Problem ist eher, dass ich es mir zu schwer mache, es “obvious” und “attractive” zu machen. Es ist ja nicht so, als würde ich hier einfach drauf los schreiben können. Es gibt so viele Möglichkeiten, worüber ich schreiben könnte, so viele Themen, die mich interessieren. Und dann ist da auch noch die Sache mit dem Design. Es soll ja auch irgendwie ansprechend aussehen, oder?
Ich ertappe mich auch jetzt schon wieder dabei, wie ich an dem Layout herumdoktere, anstatt einfach mal loszulegen. Es ist so eine Art Perfektionismus-Falle, in die ich da immer wieder tappe.

Und um ehrlich zu sein, hab ich auch noch nicht wirklich die Lösung dafür, wie ich es mir zukünftig “obvious” und “attractive” machen kann. Vielleicht ein privater Schreib- und Veröffentlichungsplan? Vielleicht eine Art Belohnungssystem für mich selbst, wenn ich es schaffe, regelmäßig zu bloggen? Höchstwahrscheinlich reicht einfach nur die Einstellung, dass es nicht perfekt sein muss und dass es okay ist, wenn es nicht immer regelmäßig ist? Aber ich denke, es ist schon mal ein guter Anfang, dass ich überhaupt angefangen habe zu schreiben. Und das Beste ist, dass wenn ich diesen Artikel veröffentlicht habe, ich mich ab sofort Blogger nennen kann.

Du bist was du tust und nicht was tun willst.

Ich bin Blogger.

~ Ralf